Wir waren hier

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Nana Rademacher
Jugendbuch, Dystopie, Krieg,
Ravensburger
02.02.2016
Hardcover, eBook
352 Seiten

Klapptext

Berlin im Jahr 2039. Die Stadt liegt in Trümmern. Am Himmel kreisen Drohnen statt Vögel. Aufständische hausen in U-Bahn-Tunneln und ernähren sich von Ratten. Aus den Rohren kommt nur noch braune Brühe, mit der man sich nicht mal waschen mag. Wie den Horror des Alltags, den Kampf gegen Hunger und Kälte überstehen? Mittendrin die 15-jährige Anna, die ihren Weg sucht und für das Leben und die Liebe kämpft – und für eine Welt, in der trotz allem eine Zukunft für sie möglich ist.

Meine Meinung

Anna ist 15 Jahre alt und lebt in Berlin im Jahr 2039. Die Stadt liegt in Trümmern und überall sind Soldaten, trotzdem traut sich Anna ins Internet und bloggt über ihren Alltag. Bis auf einmal Kommentare auf ihren Blog erscheinen und sie Ben kennenlernt, der angibt, er wohne in Hamburg und würde nun zu ihr kommen. Zwischen Krieg, Unterdrückung, Rebellen und Hunger erfährt Anna, was liebe ist.

Nana Rademacher entführt uns in ein Berlin, das einen vertraut vor kommt, jedoch auch wieder nicht. Die Schauplätze sind sehr gut beschrieben und man konnte sich Berlin in Trümmern vorstellen. Anna lebt mit ihrer Mutter und ihren Vater immer noch in ihrer Wohnung, doch sie haben nicht immer Strom und noch weniger haben sie an Essen, daher zieht Anna mit ihren Freundinnen los um noch Lebensmittel zu finden, bei ihren Streifzügen erfährt der Leser das ein oder andere über den Krieg und das Leben 2039. Man könnte nun bemängeln, dass man nicht die genauen Gründe des Krieges erfährt, jedoch finde ich das genau wie es ist authentischer, Anna ist 15 Jahre alt, sie hat andere Sorgen, als sich mit Politik und Geschichte auseinanderzusetzen. Sie versucht einfach zu überleben. Und gerade weil es ein Jugendbuch ist, finde ich es passend beschrieben. Es kommt dennoch die Grausamkeit, der Tot und der Hunger herüber. Man kann sich alles gut vorstellen und ich persönlich brauche keine Infos, warum es zu dem allen gekommen ist.

Das Buch ist in drei Teilen gegliedert, wobei Teil 1 und 3 in Annas Blog spielen. Es sind nur Einträge dort + den Kommentaren darunter. Der zweite Teil ist dann aus Sicht von Anna geschrieben, was sie erlebt, wie sie Ben kennenlernt und auch ihre Gefühle. Dieser Teil macht einen Anna noch wirklicher und gibt der Protagonistin tiefe. Anna ist zwar teilweise Naiv, aber ich denke, wer so aufwächst, der ist eben so. Es gibt schließlich keine Schulen oder allgemein ein Soziales Miteinander mehr. In diesen Teil wird es auch richtig Spannend und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich musste wissen wie es weiter geht.

Das Ende war ein wenig „schön Wetter“, jedoch passte es. Mir war schon ziemlich schnell bewusst, was Anna am ende erwartet ;)

Anfangs war ich über den dritten Teil des Buches irritiert. Ich habe viele Rezensionen gelesen, wo die Leser genauso verwirrt waren oder sich auch drüber aufgeregt haben. Ich musste eine Nacht drüber schlafen und dann kam mir die Eingebung. Danach war für mich die Geschichte rund.

ACHTUNG SPOILER!!!!

Viele dachten, der zweite Teil sei genauso Erfunden wie ihre Flucht im Blog beschrieben ist, den der 3 Teil besteht nur aus einen Blogeintrag, der genau an den letzten aus Teil 1 anschließt. Anfangs dachte ich auch, toll, die wurde gefasst. Jedoch später wurde mir bewusst, das die Reihenfolge der Teile nicht 1, 2, 3 ist sondern 1, 3, 2. So gefiel es mir dann doch wieder.

Spoiler Ende

Ich hatte das Buch schnell durchgelesen, der Schreibstil ist jugendlich und verständlich. Nana Rademacher konnte mir mit ihren Worten den Schauplatz sehr nah bringen. Allgemein fand ich das Thema gut gewählt, sonst las man immer nur von Dystopien die wirklich weit weit von einen Weg zu spielen scheinen, jedoch dieser Roman ist so viel näher. Berlin und das Jahr 2039 ist von einen gar nicht mal so weit weg und wenn man sich die aktuelle Lage anschaut, könnte das was dort beschrieben wurde durchaus passieren. Dadurch das die Gründe des Krieges offen sind. Es lässt einen mit einen unguten Gefühl zurück, weil es eben viel zu nah ist.

Allgemein hat mir das Buch gut gefallen und ich hoffe mal, das das Fiktion bleibt und wir nicht irgendwann in so einer Welt, wie Anna sie beschreibt, leben müssen.

Danke an Vorablesen.de für das Rezensionsexemplar

 

 


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